{"id":6821,"date":"2025-02-04T08:21:24","date_gmt":"2025-02-04T07:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/bodymed.de\/inside\/?p=6821"},"modified":"2025-02-07T08:20:57","modified_gmt":"2025-02-07T07:20:57","slug":"neue-internationale-nomenklatur-fuer-die-fettlebererkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bodymed.de\/inside\/neue-internationale-nomenklatur-fuer-die-fettlebererkrankungen\/","title":{"rendered":"Neue internationale Nomenklatur f\u00fcr die Fettlebererkrankungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die internationalen und nationalen Fachgesellschaften haben sich \u00fcbereinstimmend darauf geeinigt die Fettlebererkrankungen neu zu benennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr als 70 Fachgesellschaften und \u00fcber 260 Experten aus 56 L\u00e4ndern haben sich weltweit mit der neuen Namensgebung der Fettlebererkrankungen befasst. Zuk\u00fcnftig soll nur noch diese verwendet und die bisherigen Bezeichnungen nicht mehr angewendet werden, so dass auch wir die bisherigen Bezeichnungen nach und nach an die neuen Begriffe anpassen und diese sukzessive in unsere Unterlagen und Materialien einbinden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge dieser \u00c4nderungen wird aus NAFLD beispielsweise MASLD.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Warum werden diese \u00c4nderungen durchgef\u00fchrt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hintergrund, die bisherigen Begrifflichkeiten zu \u00e4ndern, besteht darin, dass die bisher verwendeten Bezeichnungen als unpr\u00e4zise, nicht patientenzentriert und auch stigmatisierend angesehen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl Fach\u00e4rzte (Hepatologen) als auch Patienten machen bereits seit vielen Jahren darauf aufmerksam, dass sie mit den bisherigen Bezeichnungen unzufrieden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kritik geht insbesondere gegen die Verwendung der bisherigen Bezeichnung der \u201enicht-alkoholischen Fettlebererkrankung\u201c (kurz NAFLD). Sie ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass dieses Erkrankungsbild nicht durch Alkohol, sondern aufgrund von Parametern des metabolischen Syndroms bedingt wird, wie \u00dcbergewicht, Typ-2-Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder erh\u00f6hte Blutfette. Trotzdem wird \u201eAlkohol\u201c im Namen benannt. Trotz der in den Namen eingebundenen Verneinung wird darin die M\u00f6glichkeit einer Stigmatisierung gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Grund f\u00fcr die Umbenennung besteht darin, dass die bisher verwendeten Begrifflichkeiten bestimmte Formen der Fettlebererkrankungen nicht eindeutig bezeichnen. Nach einem jahrelangen Austausch unter den Experten wurden nun neue Fachbegriffe definiert, die pr\u00e4ziser, differenzierter, patientenzentrierter, mit Bezug zu der zugrundeliegenden Ursache und Diagnose und nicht stigmatisierend sind. Die Begriffe wurden in englischer sowie in deutscher Sprache benannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie hei\u00dft jetzt was?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gepr\u00e4gt wurde der \u00fcbergeordnete Begriff: Steatotic liver disease (SLD), im deutschsprachigen: steatotische Lebererkrankung. Dieser Oberbegriff wurde benannt, um die unterschiedlichen Ursachen, die \u00c4tiologie, der Fettleber zu erfassen und abzubilden. Diese Bezeichnung schlie\u00dft alle Fettlebererkrankungen unabh\u00e4ngig von den zugrundeliegenden Ursachen ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die weiteren, der Steatotic liver disease untergeordneten Erkrankungen, gibt es nun Bezeichnungen, die die zugrundeliegenden Ursachen mit einbeziehen. Dazu geh\u00f6rt, ob die Erkrankung auf den Stoffwechsel bzw. die Parameter des metabolischen Syndroms oder auf einen zu hohen Alkoholkonsum oder eine Kombination aus beiden zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-regular\"><table><tbody><tr><td><strong>Bisherige Bezeichnung<\/strong><\/td><td><strong>Neue Bezeichnung<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Non-alcoholic fatty liver disease, d. h. Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (kurz: NAFLD)<\/td><td>Metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (kurz: MASLD) &nbsp; Diagnosekriterien: Bei Bestehen einer Steatose (Fettleber) und gleichzeitigem Bestehen mindestens eines der f\u00fcnf kardiometabolischen Risikofaktoren: \u00dcbergewicht, (Pr\u00e4-)Diabetes, Bluthochdruck, erh\u00f6hte Triglyzeride, niedriges HDL-Cholesterin &nbsp; <br><br>Deutsche Bezeichnung: Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung<\/td><\/tr><tr><td>Non-alcoholic steatohepatitis, d. h. nicht-alkoholische Fettleberhepatitis (kurz: NASH)<\/td><td>Metabolic dysfunction-associated steatohepatitis (kurz: MASH) &nbsp; <br><br>Deutsche Bezeichnung: Metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis<\/td><\/tr><tr><td>Alcoholic liver disease, d. h. alkoholassoziierte Lebererkrankung<\/td><td>Alcohol-associated (-related) liver disease (kurz: ALD) &nbsp; Alkoholkonsum &gt; 50 g (Frauen), &gt; 60 g (M\u00e4nner) Alkohol\/Tag &nbsp; <br><br>Deutsche Bezeichnung: Alkohol-assoziierte Lebererkrankung<\/td><\/tr><tr><td colspan=\"2\"><strong>Neue Bezeichnungen und Diagnosen<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Metabolic dysfunction-associated alcoholic liver disease (kurz: MetALD) &nbsp; <br><br>Deutsche Bezeichnung: Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung mit erh\u00f6htem Alkoholkonsum<\/td><td>Dieser Begriff wird verwendet, wenn sowohl eine MASLD und damit Faktoren des metabolischen Syndroms sowie ein erh\u00f6hter Alkoholkonsum (Frauen: 140-350 g\/Woche [20-50 g\/Tag], M\u00e4nner: 210-420 g\/Woche [30-60 g\/Tag]) zugrunde liegen. &nbsp; MetALD, MASLD pr\u00e4dominant: moderat erh\u00f6hter Alkoholkonsum: \u2265 10 g (Frauen), \u2265 20 g (M\u00e4nner) bis &lt; 40 g Alkohol \/Tag MetALD, ALD pr\u00e4dominant: erh\u00f6hter Alkoholkonsum: \u2265 40 g bis \u2264 50 g (Frauen), \u2264 60 g (M\u00e4nner) Alkohol \/Tag<\/td><\/tr><tr><td>Cryptogenic SLD &nbsp; <br><br>Deutsche Bezeichnung: Kryptogene steatotische Lebererkrankung (Fettlebererkrankung unbekannter Ursache)<\/td><td>Dieser Begriff kommt zur Anwendung, wenn keine bekannten Ursachen zugrunde liegen, d. h. kein Alkoholkonsum, keine metabolischen Faktoren oder andere bekannten Ursachen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die internationalen und nationalen Fachgesellschaften haben sich \u00fcbereinstimmend darauf geeinigt die Fettlebererkrankungen neu zu benennen. Mehr als 70 Fachgesellschaften und \u00fcber 260 Experten aus 56 L\u00e4ndern haben sich weltweit mit der neuen Namensgebung der Fettlebererkrankungen befasst. 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